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Ab Januar 2016: Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen für Viele

Vor einigen Jahren geisterte das Wort “Lohnnebenkosten” durch die Wirtschaft und durch die Politik: Da sich in Deutschland Arbeitnehmer und Arbeitgeber u. a. die Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung teilten, wurde argumentiert, dass steigende Beiträge für die Wirtschaft nicht mehr zu finanzieren seien und das den Wettbewerbsvorteil des Standorts Deutschland schwächen würde.

krankenkassenbeiträge

Offensichtlich hatte die Wirtschaft gute Lobbyisten am Start, denn es wurde beschlossen, steigende Gebühren in der Gesetzlichen Krankenversicherung fortan allein durch die Arbeitnehmer bezahlen zu lassen – während der prozentuale Anteil, den Arbeitgeber zu entrichten haben, gleich bleibt.

Und das bekommen die gesetzlich versicherten Menschen in Deutschland nun an vielen Stellen zu spüren: Viele Gesetzliche Krankenversicherungen informierten ihre Mitglieder vor dem Jahreswechsel darüber, wie großartig ihre Leistungen doch seien und dass das leider eine Erhöhung der Gebühren notwendig mache.

Anders als vor der oben beschriebenen Diskussion tragen die Arbeitnehmer diese Gebühren nun aber alleine. Wer zum Beispiel 3.000 Euro brutto im Monat verdient und bei einer Gesetzlichen Krankversicherung versichert ist, die den Beitrag um einen Prozentpunkt anhebt, der muss plötzlich auf zusätzliche 30 Euro netto im Monat verzichten. Früher hätte man sich den Betrag mit dem Arbeitgeber geteilt: 15 Euro zahlt der Chef – 15 Euro zahlt man selbst.

Zwei von drei Gesetzlichen Krankenversicherungen haben zum Beginn des Jahres die Beiträge angehoben. Je nach Versicherung werden nun zwischen 14,6 und 16,3 Prozent vom Bruttolohn fällig. Und wen man auch fragt: Jeder will eine Reform der Krankenkassenbeiträge: Wohlfahrtsverbände wollen die Arbeitgeber wieder an den Kostensteigerungen beteiligen; Arbeitgeber (z.B. der Verband “Das Handwerk”) fordern, dass nur noch die Versicherung des eigenen Angestellten mit finanziert wird, während die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen durch den Staat – letztlich also den Steuerzahler – zu finanzieren sei. Und die Krankenkassen selbst wünschen sich eine Reform des Risikostrukturausgleichs.

Es scheint, als gebe es viel zu tun. Wer packt es an?

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