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Die gesetzliche Pflegeversicherung – Seit kurzem Pflicht für Selbstständige

Natürlich hofft jeder, auch im Alter noch möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben zu können – allerdings sieht die Realität leider anders aus. Rund 2,34 Million Menschen sind in Deutschland sind pflegebedürftig, können also ohne fremde Hilfe nicht gut leben und werden daher von Angehörigen Zuhause oder auch von Fachpersonal in einem Altenheim oder Pflegeheim gepflegt.

Bezahlt wird dies zum Teil von der gesetzlichen Pflegeversicherung, welche seit dem 1. Januar 1995 in Deutschland besteht und somit den jüngsten Zweig der Deutschen Sozialversicherung bildet.
Für lange Zeit galt diese gesetzliche Pflegeversicherung jedoch nur für Angestellte und Beamte. Selbstständigen war es bisher freigestellt, sich für den Fall der Pflegebedürftigkeit zu versichern oder eben nicht.
Seit dem 1. Januar 2009 gilt diese Regelung jedoch nicht mehr, sodass auch Selbstständige sich kranken- beziehungsweise pflegeversichern müssen.
Sie können dies wahlweise bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse tun, welche ebenfalls die Pflegekassen enthalten.

Meist schließt man die Pflegeversicherung bei der Krankenkasse ab, bei der man bereits versichert ist. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die zwei Versicherungen bei zwei verschiedenen Anbietern abzuschließen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt im Falle einer Pflegebedürftigkeit einen Teil der Renten und Pflegekosten. Eine Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Betroffene in eine Pflegestufe eingeordnet ist. Um diese Einstufung zu erhalten, stellt man bei seiner Pflegekasse einen formlosen Auftrag, auf den die Zusendung von Formularen folgt, die die Einteilung in eine geeignete Pflegestufe ermöglicht.
Die Pflegestufen reichen von Stufe eins bis zu Stufe drei und sind abhängig vom Grad der Hilfsbedürftigkeit des Betroffenen.

Die Beiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung belaufen sich für Selbstständige auf 1,95% des Einkommens. Wer jedoch kinderlos ist muss einen zusätzlichen Beitrag von 0,25% des Einkommens zahlen – dies gilt jedoch nicht für Menschen, die vor 1940 geboren sind.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist sicherlich eine sinnvolle Idee, um im Falle einer Pflegebedürftigkeit zumindest die gröbsten Kosten zu decken und eine Grundpflege sicherzustellen. Allerdings funktioniert sie nur nach dem Teilkasko-Prinzip und deckt somit nur einen Teil der Kosten. Dies kann zu Versorgungslücken und finanziellen Problemen im Fall einer Pflegebedürftigkeit führen. Um diesem Risiko zu entgehen, ist es allerdings möglich eine zusätzliche Pflegeversicherung abzuschließen.

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