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OLG: Krankentagegeld darf nicht durch Versicherung reduziert werden

Ein Selbständiger hatte 2016 eine Versicherung über Krankentagegeld abgeschlossen – im Krankheitsfall 100 Euro pro Tag. Grundlage für diese Höhe war das Nettoeinkommen des Versicherten. 2012 beschloss die Krankenkasse, die Auszahlungshöhe pro Tag auf 62 Euro zu reduzieren. Grund: Der Versicherte verdiene mittlerweile weniger.

Das wollte dieser nicht hinnehmen und das OLG Karlsruhe bestätigte mittlerweile, dass die Versicherung mit ihrem Vorhaben im Unrecht ist. Damit ist nun ein Fall geschaffen, der bestätigt, dass private Krankenversicherungen die Anpassungsklausel bei sinkendem Nettoeinkommen nicht zulasten des Versicherten interpretieren dürfen.

Damit wird den Versicherungen ein Riegel vorgeschoben, das Tagegeld im Krankheitsfall von Versicherten herabzusetzen. Denn vor Einkommensverlusten im Falle einer Krankheit wollen sich Versicherte ja gerade durch die Versicherung schützen. Zudem sei das Vorgehen der Versicherung einseitig, da bei einem steigenden Einkommen keine Anpassung der Auszahlungshöhe nach oben vorgesehen sei. Es ist nun zu vermuten, dass die Versicherung in Revision gehen wird. Dann entscheidet der Bundesgerichtshof.

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